Augen zu und durch

Wir Menschen sehen uns bis auf Weiters als Meisterstück der Evolution, da wir ach so anpassungsfähig und rational sind. Aber derzeit könnten wir eines Besseren belehrt werden.

Die Zusammenfassung einer aktuellen Umfrage zum Klimawandel liest sich wie folgt: “Marketagent.com, eines der führenden Online-Marktforschungsinstitute im deutschsprachigen Raum hat knapp 1.500 Personen in Deutschland zu diesem Thema befragt und herausgefunden, dass die Bedrohung der Erde durch die globale Erwärmung ebenso wie die Bekämpfung dieses Problems die Menschen durchaus beschäftigt – und wie bei so vielen Themen ist das Vertrauen in die Politik, für konkreten Klimaschutz zu sorgen, eher gering.”

Von Serge Latouche stammt der Satz: “Wenn der Zug in die falsche Richtung fährt, reicht es nicht, darauf zu hoffen, dass er sein Tempo drosselt”. Und nicht nur, dass wir auf eine Tempodrosselung hoffen, wir legen auch eine kindliche Zuversicht an den Tag, alles werde schon irgendwie gut gehen … aber falls nicht, dann haben wir wenigstens die chancenreiche Gelegenheit nochmal von Neuem zu beginnen.

Ja, wir sind eine sehr anpassungsfähige Spezies – in Notzeiten. Denn ansonsten richten wir uns bräsig in den vermeintlichen Komfortzonen der Rundumsorgloszivilisation ein und prokrastinieren munter vor uns hin. Zeichnet Intelligenz nicht gerade die Fähigkeit aus, voraus zu denken, um sich erst gar nicht in solch kritische Situationen zu begeben?

81,7% der Befragten geben an, den eigenen Hausmüll zu trennen. Na dann, Augen zu und durch.

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