Re-Evolution NOW!

Re-Evolution NOW! Unter diesem Motto steht der 4. Media Mundo-Kongress, der am 20. und 21. März 2012 in Düsseldorf stattfindet. Der Navigationskongress zur drupa 2012 beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Denkweisen und Handlungsoptionen, die dringend benötigt werden, um einen zukunftsfähigen Wandel der Wirtschaft und Gesellschaft herbeizuführen. Denn die Ereignisse aus 2011 – wie Fukushima und das Aus für die Atomkraft in Deutschland, OccupyWallStreet oder aber die derzeitigen Verhandlungen  über ein nicht mehr erreichbares 2°-Ziel auf der Klimakonferenz in Durban – haben wieder einmal gezeigt, dass es ein “Weiter So” nicht mehr geben kann.

Große Teile der Welt – darunter führend die frühindustrailisierten Länder Europas, Nordamerikas, Japan, Australien und weitere – sind nach Wirtschaftswachstum süchtig. Die Länder hängen gleich Alkoholikern an der Flasche oder Drogensüchtigen an der Nadel. Wird die Versorgung auch nur kurzzeitig unterbrochen, plagen sie existenzielle Ängste. Die Devise lautet: immer weiter im gewohnten Trott, immer weiter, immer mehr.

Die Wirtschaft muss wachsen, fortwährend wachsen. „Ohne Wachstum ist alles nichts”, so heißt es im Leitantrag der Christlich Demokratischen Union, der Partei, die unser Land regiert.

Stagniert das Wachstum, spricht jeder von einem Drama, eine Rezession; schrumpft sie, ist es gar eine Tragödie, eine Depression. Es werden die Geister der Vergangenheit gerufen, Parallelen zur Weltwirtschaftskrise der frühen dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts gezogen, Bilder weltweiter Hungerepidemien und das Elend vieler hundert Millionen wieder präsent.

Aber dieser Vergleich hinkt, wenn man sich vor Augen hält, dass die vergangene Krise keine Entzugskur war, sondern es darum ging, statt einer ganzen Flasche, nur ein Glas Wein zu trinken. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Einen einmal erreichten Lebensstandard wird  er nur ungern wieder aufgeben. Um also die „Entbehrungen“ erträglicher zu machen, wurden Rettungsschirme für Banken und Konjunkturprogramme nie dagewesener Größenordnungen aufgelegt. Für sie machten in 2009 die USA 615, China 460, Japan 210 und Russland etwa 200 Milliarden Euro locker. Aber auch die europäischen Länder ließen sich nicht lange bitten: Deutschland kam auf 61, Spanien auf 49, Frankreich auf 26, Groß Britannien auf 24 und Italien auf 19 Milliarden Euro. Darüber hinaus gab es länderspezifische Steuernachlässe, Abwrackprämien, Konsumgutscheine etc., um die Wirtschaft anzukurbeln.

Der Plan ging auf. Die Wirtschaft sprang Dank der Konjunkturspritzen wieder an. Die Talfahrt war beendet und alle kehrten schnell in den alten Trott zurück. Die Krise war vergessen. Und doch war sie nur die Spitze des Eisbergs an Krisen, die uns künftig wohl noch bevorstehen werden.

Denn unsere heutige Form des Wirtschaftens ist gescheitert, sie ist nicht zukunftsfähig. Nachhaltigkeit ist in der heutigen Marktwirtschaft eine unerreichbare Utopie, wie Alexander Rossner kürzlich in einem brillanten Blogbeitrag erläuterte.

Sie sagen, dass sei pessimistisch? Das mag sein, es müsste gar nicht so kommen, wenn wir jetzt die Reißleine ziehen und umdenken. Unsere Wirtschaft könnte viel effizienter sein.

Sie fragen sich, wie? Das wollen wir Ihnen beim 4. Media Mundo-Kongress zeigen. Doch keine Sorge, wir wollen Ihnen keinen Verzicht predigen, sondern vielmehr Wege aufzeigen, eingefahrene Prozesse zu überdenken, Handlungsalternativen zu finden und dadurch an Lebensqualität zu gewinnen.

Zur Einstimmung haben wir für Sie unser Lieblingsvideo ausgewählt: The Story of Stuff. Wir sind uns sicher, dass es auch bald zu Ihren Lieblingsvideos gehören wird.

Story of Stuff – German from UTOPIA AG on Vimeo.

Annie Leonard erklärt auf wunderbare Weise, wie unser Wirtschaftssystem aussehen sollte. Sie teilt das System in fünf Stufen:

  1. Rohstoffgewinnung
  2. Produktion
  3. Vertrieb
  4. Konsum
  5. Entsorgung

Anhand dieser fünf Stufen wollen wir Ihnen in den kommenden Wochen und Monaten mehr Hintergrundinformationen liefern, damit Sie es künftig selbst in der Hand haben, die Welt ein Stückchen besser zu machen.

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